26.04.2010
Vizeeuropameisterin in Horst!

Hallo Zusammen,

die ersten beiden Wettkämpfe der noch jungen Saison liegen hinter mir und ich möchte von einem gelungenen Einstand sprechen.
Die Sachsenmeisterschaft in Dohna startete ich mit dem Ziel, mein neues Rad auf Herz und Nieren zu prüfen. Ich lief zu Beginn ein kontrolliertes, moderates Tempo und gab dann auf dem Rad 3 der 5 Runden richtig Gas. Was für ein Gefühl! Hackengas ohne Rückenschmerzen! Wie lange musste ich auf diesen Tag warten. Schmerzende Beine, die Lunge brennt und mein Rücken kann noch! Traumhaft! Wie verschweißt rauschten mein „Neues“ und ich bergauf, bergab, um die Kurven, überallhin. Ich könnte fast leichtsinnig werden bei so viel Agilität. Das ist es, was das Radfahren für mich auszeichnet. Eins zu sein mit seinem Sportgerät. Direkte Reaktionen, symbiotisches Lenkverhalten, schmerzende Beine und sonst ein Rausch! So würde ich Zeitfahren beschreiben. Lange Rede, kurzer Sinn. Es hat irre Spaß gemacht. Gewonnen hab ich auch, aber das war eine Randerscheinung.
Nun, dieses Wochenende wurde es dann ernst. Mit der Powerman- Europameisterschaft im niederländischen Horst. Wie immer fand sich ein illustres Starterfeld zusammen zur alljährlichen duathletischen Saisoneröffnung. Und auch die habe ich mit Höhen und Tiefen genossen. Aber der Reihe nach. Zuerst ging es auf die ersten 15, wenig spektakulären, eigentlich furchtbar-winkligen, Laufkilometer. Mit einer soliden Laufleistung wechselte ich als 3. aufs Rad und gab dann gleich richtig Gas. Hackengas. Das hatte ich ja geübt :o). Nach ca. 10km holte ich die bis dato Zweitplatzierte ein und schloss mit einem Kraftakt schon fast zur Führenden auf. Das fuhr mir aber richtig in die Beine. Hatte vergessen, dass Duathlon kein Radrennen ist. Das kann schon mal passieren. Bin ja noch nicht so lange dabei :o)! Naja, jedenfalls musste ich erstmal ein wenig Luftholen und verlor in Runde 2 Zeit auf die Führende. Als ich mich wieder „gefangen“ hatte, hörte ich das ominöse Pannengeräusch. Und ich war soooo wütend, auf wen oder was auch immer. Mit deutlichem Abstand auf Platz 2 und dann Ende durch Platten?! Nein! Dann war das Geräusch weg, und Doc Blue (Danke an Juergen und Schwalbe) hatte für mich noch 1-2 Bar im Schlauchreifen gelassen. Okay, Wiegetritt schied aus, und die Felge tönte jämmerlich unter mir in jeder Kurve und Senke, aber es war ja nicht mehr ganz eine Runde. Meine Beine mühten sich unter spürbar erhöhtem Aufwand redlich, konnten aber durch notgedrungen mädchenhafte Kurventechnik und wenig aggressive Beschleunigung im Kurvenausgang und überhaupt, nicht verhindern, dass 2 meiner Kontrahentinnen aufschlossen. Ich hielt mich tapfer mit meinem platten Vorderrad.
Etwas angeschlagen ging ich nach diesem Kraftakt als 4. auf den abschließenden Lauf. Erstmal kämpfte ich mit Seitenstechen und durchaus zermürbten Beinen und musste meine beiden Mitstreiterinnen um die Medaillen erstmal ziehen lassen. Eingangs der 2. Runde verflog allerdings mein Seitenstechen und ich nahm die Beine noch mal in die Hand. So kam ich recht schnell auf Platz 3 und sah die bis dato Zweitplatzierte ständig vor mir. Eingangs der Schlussrunde hatte ich auch sie gestellt und legte mit einem kurzen Zwischenspurt den Grundstein für Silber. Im Ziel war ich mehr als glücklich, mit all diesen Unwägbarkeiten ein derartig emotionales Rennen abgeliefert zu haben. Silber hat ja schließlich noch im Medaillensatz der Powerman- EMs gefehlt :o)!!!

Kommenden Samstag versuche ich mich mal wieder auf der Kurzdistanz! Durchaus mutig in meinem Alter :o)!

Bis dahin,

Eure Uli




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