02.06.2010
Powerman Germany- Mein Rennen

Der Wettergott meinte es in diesem Jahr wirklich nicht gut mit uns. Am Morgen drang das unbeliebteste aller Weckgeräusche mahnend ins Ohr. Es regnete, was es so regnen konnte, und das Thermometer zeigte keine 10°C. Prima Aussichten also. Zur zweiten Auflage des Powerman Germany, gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft im Duathlon auf der Langstrecke, hatte sich ein illustres Starterfeld im Vogtland eingefunden, um sich der Respekt einflößenden Herausforderung von ca. 1300 Hm auf 65km Radfahren zu stellen. Angesichts dieser Tatsache geht die ebenfalls sehr anspruchsvolle Laufstrecke, die kaum einen flachen Meter bietet, fast ein wenig unter.
Nach dem um 10:10Uhr erfolgten Startschuss setzte ich mich mit der Dänin Susanne Svendsen gleich ein wenig vom Rest des Feldes ab. Auf dem Hinweg, der größtenteils bergauf führt, konnte ich einen kleinen Vorsprung herauslaufen. Dieser reichte allerdings nicht, um mit meinen langen Beine, die bergab laufen hassen, vor ihr in die Wechselzone zu gelangen. So gingen wir gemeinsam auf den harten Radpart. Meine Hausstrecke. Auf ihr hatte ich mir einiges vorgenommen und war trotz des haarsträubenden Wetters mehr als motiviert. Unmittelbar nach dem Wechsel gab ich gleich Vollgas und konnte eine Lücke reißen. Doch leider musste ich bereits am ersten Anstieg feststellen, dass meine Schaltung nur eingeschränkt funktionierte. Aber ich ignorierte die Geräuschkulisse und gab Gas. Das brachte mir zum Ende der ersten Runde gleich einen komfortablen Vorsprung ein. Die zweite Runde wurde allerdings fast zur Zitterpartie, da meine Schaltung überhaupt nicht mehr auf meine Kommandos reagierte und ich nur noch ungefähr 3- 4 Gänge zur Verfügung hatte. Mittelprächtig auf einem derartig arbeitsaufwendigen Kurs. Aber mittlerweile bleibe ich auch in „bitteren“ Situationen während des Wettkampfs gelassen. So fuhr ich, wie es mein Rad noch zuließ und sprach mir innerlich Mut zu, um einfach einigermaßen die Ruhe zu bewahren. Es funktionierte. Ich konnte zwar auf dem Rad nicht das zeigen, was ich mir für mein Heimrennen und meine Lieblingsstrecke gewünscht hatte, aber ich betrat mit fast 2 Minuten Vorsprung vor Jaqueline Übelhart aus der Schweiz die Wechselzone. Die stark laufende Dänin lag über 3 Minuten zurück. So lief ich zügig an und war im Verlauf froh, meinen Vorsprung „verwalten“ zu können. Auf dem letzten Kilometer wurde man im wahrsten Sinne des Wortes noch mal geduscht. Der ganze Dreck, den man auf Rad- und Laufstrecke aufgesammelt hatte, war nach diesem Wolkenbruch weggespült. Ich musste fast lachen. Sonst geht man bei so einem Wetter ja nicht freiwillig vor die Tür. Die letzten Meter zu Fuß habe ich einfach nur genossen. Gänsehautfeeling!
Ein dickes Danke an alle, die mich an der Strecke angefeuert haben. Emotional war die zweite Austragung des Powerman Germany jedenfalls ein ganz großes Highlight für mich, und ich bin überglücklich den Sieg nach Hause gebracht zu haben. An dieser Stelle auch noch ein Riesenlob an Volker Hopfmann und sein Team. Man spürt das Herzblut in der Veranstaltung.
Großes Kino in unserem kleinen Vogtland!

Die Wettkampfserie geht für mich kommenden Sonntag mit der DM Mitteldistanz in Kulmbach weiter.

Bis dahin,

Eure Uli




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